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Vogel La Vierge auf La Réunion

Tiere und Pflanzen auf La Réunion

Pflanzenwelt und Vegetation auf Réunion

Schroffe Bergketten und türkisblaue Lagunen, Höhenurwald in immerwährendem Nebel und bunte Orchideen – so vielseitig ist La Réunion.

Geologisch betrachtet, besteht die Insel zunächst aus zwei Vulkanen. Der Piton de la Fournaise ist noch äußerst aktiv und seine Lavaströme bieten jährlich zahlreichen Touristen ein beeindruckendes Bild. Auf dem Weg zum Piton de la Fournaise durchkreuzen Besucher zunächst das mondlandschaftsähnliche Gebiet des La Plaine des Sable, das an eine Sandwüste erinnert. Allerdings bestehen die Vulkan-Flanken nicht aus verbrannter Lavaerde, denn nach jedem Ausbruch erholt sich der Boden schnell und die Fruchtbarkeit bringt erneut weißliche Flechten, Farne und Sträucher hervor. Zusätzlich begünstigt das tropische Klima den üppigen Pflanzenbewuchs auf der Insel. Die Flora verändert sich von West nach Ost ebenso wie mit den Höhenlagen.

Auf der Regenschattenseite an der Westküste findet man Savanne und Heidekraut-Steppen vor, das Hochland besteht aus nebeligem Bergregenwald, etwa der mystische Bébour-Bélouve und rund um den tosenden Wasserfall Trou de Fer. Zwischen Palmen und Akazien wachsen hier im permanenten Nebel tropfnasse Moose und Flechten auf umgestürzten Bäumen und entlang der Äste. Das durch die Nebelschwaden scheinende Sonnenlicht erzeugt zusammen mit der verzweigten Baumwelt eine besonders verwunschene Stimmung. Dieser Farbholzwald ist im Osten der Insel schon zwischen 0 und 700 Metern Höhe zu finden, im Westen erst ab 750 Metern.

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Im Osten und Nordosten der Insel sind sowohl die Niederschlagsmenge als auch die Luftfeuchtigkeit höher, hier wuchern im tropischen Regenwald meterhohe Farne sowie Agaven und mindestens 120 farbenprächtige Orchideenarten im Unterholz, das man auf schmalen Trampelpfaden durchstreift und dabei immer wieder auf Wasserfälle trifft. Typisch sind die leuchtend roten Flammenbäume (Flamboyants), die zwischen November und Februar blühen. Mehr als 330 Tropenhölzer sind auf der Insel heimisch, z. B. Korallen- oder Eisenholz, ab 1.500 Metern die Höhentamarinde.

Mittlerweile bestehen über 40 Prozent der Insel aus Naturpark, seit 2010 gehört die Kernzone der Insel zum UNESCO Weltnaturerbe. Über die Hälfte der auf Réunion gedeihenden Pflanzen wachsen nur hier. Ein besonderes Highlight für botanisch interessierte Reisende ist der Jardin de Parfums et des Epices im Süden von Réunion. Auf einem alten Lavastrom pflanzte der Hobby-Botaniker Patrick Fontaine einst zahlreiche Orchideen sowie Vanille, Zimt oder Ylang-Ylang.

Als Nutzpflanzen genießen Ingwer, Pfeffer, Vanille und Zuckerrohr auf Réunion großes Ansehen, des Weiteren Piment, Chouchou, Maniok und Kurkuma. Viele inseltypische Gerichte beinhalten die Jackfrucht und Flaschenkürbisse. Viele exotische Früchte gedeihen im tropischen Klima Réunions ebenfalls prächtig: Guaven, Bananen, Ananas, Mangos, Papayas, Karambole, Litschis, Kokosnüsse und Longanie sowie Goyaviers sind typisch.

Vom ursprünglichen Primärwald ist heute kaum noch etwas vorhanden, da große Bestände des Urwalds zu Kolonisationszeiten den Kaffee- und Zuckerrohrplantagen weichen mussten. Um die folgende Bodenerosion einzudämmen, wurden an den Stränden australische Filaosbäume (Sumpfeiche) angepflanzt. Entlang der Felsküste siedelte man madagassische Vacoas an, eine Palmenart, aus der die Einheimischen Flechtwaren herstellen. Auch die japanische Sicheltanne (Kryptomeria) zählt zum inselfremden Sekundärwald, der Mitte des 20. Jh. aufgeforstet wurde.

Tierwelt auf Réunion

Bekannt ist die Insel im Indischen Ozean für Ihre farbenfrohen Korallenriffe, die leider besonders in den letzten Jahren stark gelitten haben. Das vermehrte Korallensterben ist u. a. auf die Wasserverschmutzung, Dynamitfischerei und die Nutzung von Schleppnetzen sowie die allgemeine Erwärmung der Ozeane zurückzuführen. Dazu kommt der massive Kalkabbau zu Zeiten der ersten Zuckerrohrplantagen, als Kalk zur Reinigung des Zuckerrohrsafts in großen Mengen benötigt wurde. Mittlerweile hat die Regierung eine Meeresschutzzone um einige Korallenriffe nahe Réunion eingerichtet. Das Unterwasserschutzgebiet Réserve Naturelle Marine de La Réunion erstreckt sich über 40 km entlang der Küste.

Etwa 20 Vogelarten sind auf La Réunion heimisch, von denen besonders der weiße Tropic-Vogel und der Tec-Trec bekannt sind. Empfehlenswert ist ein Besuch der liebevoll gepflegten Anlage im botanischen Garten Jardin d’Eden in Hermitage-les-Bains, wo man häufig auf Chamäleons treffen kann. Neben den Reptilien aus Madagaskar leben auch einige Margouillats (wendige Geckos) auf Réunion. Zu den einheimischen Säugetieren zählt der Tenrek, der unserem Igel ähnelt. Für den Menschen gefährliche Tiere gibt es nicht, jedoch erschrecken die großen Seidenspinnen den unwissenden Touristen durchaus einmal mit ihren großen Körpern. Aufgrund der warmen Temperaturen leben neben Moskitos noch 5.000 andere  Insektenarten wie Falter und Käfer auf der Vulkaninsel. Der Fischbestand umfasst 21 Süßwasserfischarten sowie 54 Mollusken und 9 Schalentierarten.

Seit der Besiedelung La Réunions hat sich die Tierwelt stark verändert. So brachten die französischen Siedler Hunde, Katzen und Ratten mit. Letztere setzen dem lokalen Vogelbestand heute noch zu. Noch bevor die ersten Kaffee- oder Zuckerplantagen angelegt wurden, waren Landschildkröten und der Dodo (eine flugunfähige Vogelart) ausgerottet. Heute versuchen Umweltschützer, die Nistplätze der 5 Meeresschildkrötenarten gezielt abzuriegeln und erklären ganze Strandabschnitte zu Schutzzonen. Interessierte können sich in der bekannten Schildkrötenbeobachtungsstation Kélonia über die Aufzucht der gefährdeten Arten informieren.

Zwischen Juni und Oktober besteht für Reisende an der Westküste La Réunions die Möglichkeit, Buckelwale zu beobachten. Die riesigen Wale kommen aus der Antarktis und suchen in dieser Zeit die milden Temperaturen des Indischen Ozeans auf, um zu kalben. In kleinen Booten können Touristen in die Nähe der schwimmenden Giganten und ihrer Jungtiere gelangen. Ganzjährig durchstreifen Delfine die fischreichen Meeresgebiete um Réunion.